Der Bundesrat hat vor wenigen Tagen dem Entwurf von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zur Einführung von Wechselkennzeichen zugestimmt. Der Verkehrsminister wörtlich: "Das Wechselkennzeichen kann kommen.
Das bedeutet: Ein Nummernschild für zwei Fahrzeuge einer Klasse. Das Wechselkennzeichen ist eine kleine, aber wirkungsvolle, bürgernahe Maßnahme. Wir wollen damit die Nutzung mehrerer Fahrzeuge erleichtern und einen Anreiz zum Kauf eines umweltfreundlichen Zweitfahrzeuges, etwa eines Elektroautos setzen."
Im Einzelnen stellen sich die Beamten das so
vor:
1. Flexiblere Nutzung mehrerer Fahrzeuge einer Klasse, z.B. Pkw,
Wohnmobile, Oldtimer
2. Anreiz zum Kauf eines Zweitfahrzeugs, z.B. eines umweltfreundlichen, sparsamen Autos zur innerstädtischen Nutzung
3. Anreiz für Elektromobilität
4. Die bestehenden Möglichkeiten der Zulassung mehrerer Fahrzeuge wie etwa Saisonkennzeichen werden sinnvoll ergänzt.
Genutzt werden kann das Wechselkennzeichen an jeweils einem Fahrzeug. Das Wechselkennzeichen besteht dabei aus zwei Teilen: Einem Teil, der am Fahrzeug verbleibt, und einem aufsteckbaren Zusatzteil, das ein Fahrzeug für die Benutzung auf der Straße gültig macht. Voraussetzung für das Wechselkennzeichen ist zudem, dass beide Fahrzeuge die gleiche Kennzeichengröße haben.
Der ADAC hatte sich von dieser Verordnung zwar mehr erhofft, hört man dazu aus München, aber die Vorteile des Wechselkennzeichens sieht man schon. ADAC Präsident Peter Meyer: "Der Gesetzgeber schafft hier einen Anreiz, sich einen sparsamen und emissionsärmeren Kleinwagen als Zweitfahrzeug anzuschaffen." Bei der Kfz-Steuer gibt es keine Ersparnis, denn für beide Fahrzeuge muss der volle Betrag gezahlt werden.
Sparen kann man allerdings beim Wechselkennzeichen bei der
Versicherung: So bietet der ADAC pünktlich zur Einführung
Mitte des Jahres 2012 einen speziellen Tarif an.
Andere Versicherungen werden sicher folgen.
Was bringt das
Wechselkennzeichen? Zunächst einmal Verwirrung.
Denn das Kennzeichen wird ja gar nicht gewechselt. Sondern nur das
gerade genutzte Fahrzeug.
Doch da wären die vereinfachte Zulassung von mehreren
Fahrzeugen mit einem Kennzeichen, eine preisgünstigere
Versicherung, das richtige Fahrzeug für den Einsatz, ein
denkbares Elektroauto als Zusatz-Fahrzeug und die Einsparung von
Kraftstoff durch den kleineren Zweitwagen.
Was spricht gegen das Wechselkennzeichen? Besteuerung jedes Fahrzeugs wie bisher, die noch nicht festgelegte Einsparung bei der Versicherung (Teilkasko für jedes Fahrzeug wegen des Diebstahls?) und die jeweils mögliche Nutzung nur eines der Fahrzeuge.
Meine Meinung: Wenn ich für jedes der beiden Fahrzeuge die Kfz-Steuer entrichten muss und eventuell noch zusätzliche Versicherungsprämien fällig werden, dann erschließt sich mir der Vorteil zunächst nicht. Das mit dem Wechselkennzeichen jedoch eventuell ein sparsameres, kleineres Fahrzeug parat steht oder gar ein Elektroauto, das könnte sich positiv auswirken.



