Oberberg. Haben Sie einmal darüber
nachgedacht, wie viele Teller Nudeln Sie in ihrem Leben schon
verputzt haben? Ich weiß nicht, wie viele es bei mir waren.
Aber eines ist sicher, ich kann von dieser Teigspezies nicht genug
bekommen. Spaghetti, Penne, Maccharoni, Tortiglioni, Ravioli und
wie sie alle heißen, sind meine absoluten Leibspeisen. Und
damit stehe ich nicht alleine in Deutschland. Laut einer Umfrage
des emnid-Instituts in Bielefeld vom Sommer 2007 sind Spaghetti die
absolute Lieblingsspeise der Deutschen. Auch wenn diese Umfrage
schon einige Tage her ist, glaube ich, dass Nudeln noch immer
genauso gern gegessen werden.
Beim Besuch im Restaurant suche ich in der Speisekarte zuerst
die Seite mit den Nudelgerichten. Und ich werde selten
enttäuscht. Denn die Kunst des Pastakochens ist auch bei uns
inzwischen zu einem Kult geworden. Ob kleiner Mittagsimbiss oder
stilvolles Abendessen, ein leckeres Nudelgericht verführt die
meisten Gäste zum Zugreifen. Pasta kann zu jedem Anlass
serviert werden. Es ist ein Produkt, das große Köche zu
immer neuen Kreationen anspornt. Es passt einfach alles dazu:
knackige Gemüse, Pilze, Fisch, Geflügel, Fleisch, feine
Soßen, frische Kräuter, herzhafter Käse und
natürlich Olivenöl, Tomaten und Knoblauch. Zu jeder
Jahreszeit kann man die kleinen Teigdinger in allen Varianten
genießen. Sogar als Dessert sind sie einfach köstlich.
Leider haftet dieser göttlichen Speise noch immer der Fluch
der Kalorienbombe an. Und das stimmt doch gar nicht! Solange man
sie nicht in Ketchup oder dicken Sahnesoßen ertränkt,
sind Nudeln Fitmacher und keine Dickmacher. Neben Reis und
Kartoffeln sind sie die Energielieferanten. (Aber Leute, BITTE al
dente gekocht! Weiche, verkochte Nudeln gehören nicht in die
feine Küche.)
Spitzensportler schwören auf ihr Pastaessen nach
großen Wettkämpfen. Damit füllen sie ihre
Glykogenspeicher wieder auf und das mit Erfolg.
Nudeln machen glücklich! Wer es einmal mit Pastaessen nach
einem miesen Tag probiert hat, weiß, dass es stimmt. Es liegt
an den komplexen Kohlenhydraten. Sie regen im menschlichen Gehirn
die Produktion von Serotonin an. Die Botschaft von Serotonin an die
Gehirnzelle lautet: "Umschalten auf gute Laune".
Nudeln, so einfach sie auch sind, so geheimnisvoll ist ihre
Geschichte. Marco Polo soll das Rezept ihrer Herstellung aus China
mitgebracht haben. Im zwölften Jahrhundert war die Pasta
jedoch schon in einigen Regionen Italiens bekannt. Es wird
vermutet, dass in den "Nudelhochburgen" China und Italien
die Entwicklung parallel verlief.
Mehl und Wasser, die Grundzutaten jedes Pastateiges wurden zu
einem geschmeidigen Teig geknetet. In beiden Ländern wurden
voneinander unabhängige Techniken der Nudelherstellung
perfektioniert. Von da an war ihr Siegeszug nicht mehr aufzuhalten.
In aller Welt wurde die Nudel in ländertypischen Formen
weiterentwickelt.
Heute ist die Nudel ein globales, aber sehr gesundes Lebensmittel.
Also: Weg mit dem schlechten Gewissen und Guten Appetit beim
nächsten Nudelgericht!


