Oberberg. Ostern ist von alters her ein
kulinarischer Höhepunkt in vielen Ländern Europas. Das
Kirchenfest, bei dem die Christen die Auferstehung Jesu feiern, war
schon immer auch ein Fest, den Frühling zu begrüßen.
Es wurde großzügig gespeist und nach Herzenslust
genossen.
Nach der kargen Winterkost und der langen Fastenzeit lechzten die
Menschen nach frischem Grün, nährstoffreichen Speisen und
Abwechslung auf dem Tisch.
Auch wenn unsere heutige Ernährung von Mangel und
kulinarischem Einerlei weit entfernt ist, hat das Frühjahr und
speziell das Osterfest nur wenig von der Freude auf frische Kost
und die üppige Vielfalt, die die Natur uns in den kommenden
Monaten bietet, verloren. Und so verwundert es nicht, dass bis
heute Speisen im Restaurant angeboten werden, die ihren Ursprung
vor mehr als zweitausend Jahren haben. Kennen Sie eigentlich
"Grüne Suppe"? Sieben verschiedene Kräuter wie
Kerbel, Spinat und alles, was die Wiese an Essbarem hergab,
landeten damals am Gründonnerstag zu einer traditionellen
Suppe im Topf.
Der Karfreitag stand und steht ganz im Zeichen der Fische. Und da
geht's nun gar nicht mehr so schlicht zu, wie dies bei unseren
Vorfahren der Fall war. Internationale Spezialitäten vor allem
aus dem Mittelmeerraum finden sich zu Ostern immer häufiger
auf deutschen Speisekarten.
Der spanische "Bacalao" oder Klippfisch, ein
getrockneter Kabeljau kommt etwas rustikal daher. Lange
gewässert und gezupft oder in kleine Stücke geschnitten,
findet er sich oft in Eintopfgerichten wieder. Etwas feiner
geht's da bei unseren italienischen Nachbarn zu.
Seezunge mit grünem Spargel wird am Karfreitag vielerorts
serviert. Fischfreunde wissen diese Gerichte auch hierzulande
inzwischen sehr zu schätzen. Wie der Fisch so haben auch das
Lamm, Ostergebäck und bemalte Eier Tradition. Und das nicht
nur in Europa.
Schon vor fünftausend Jahren verschenkte man in China rot
gefärbte Eier zum Frühlingsbeginn. Sie galten als
Glücksbringer. Das Lamm als Opfertier, um Gott zu ehren, ist
bis heute als klassisches Osteressen in christlichen geprägten
Regionen erhalten geblieben. Die Zubereitung ist landestypisch
geprägt.
So lieben die Franzosen ihre Lammkeule mit Rosmarin und Knoblauch,
während in Griechenland üppiger Lammbraten am Spieß
über offenem Feuer gebraten wird.
Und auch Süßmäuler kommen zu Ostern nicht zu kurz.
Als Zopf, Taube oder Osterbrot, schlicht oder gefüllt,
Hefegebäck zählt zu den beliebtesten Naschereien des
christlichen Osterfestes.


