pk. Wipperfürth. Sie sind hungrig,
piepsen laut und freuen sich, wenn Mama sie bei weit
geöffnetem Schnabel füttert und anschließend
warmhält: An der Außenwand der Kindetagesstätte Don
Bosco in Wipperfürth hängt ein Nistkasten, in dem
"Mama und Papa" Kohlmeise lange am Nest gebaut, es mit
Moos, kleinen Ästchen, Halmen und Flechten kuschelig
gemütlich gemacht haben und schließlich Mama Meise neun
Eier ausbrütete. Peter Kuhna, Vater eines
Kindertagesstätten-Kindes installierte eine kleine Kamera
direkt über dem Einflugloch im Nistkasten, so dass die
Erzieherinnen und die 92 Kinder der KiTa zu jeder Tageszeit auf
einem Bildschirm per Live-Übertragung beobachten können,
was so alles in der Kohlmeisen-Kinderstube passiert.
Nach 15 Tagen sind die neun kleinen Kohlmeisen aus den Eiern
geschlüpft und zu den abwechslungsreichen Mahlzeiten der
Kleinen gehören Regenwürmer, Raupen, kleine Insekten und
manchmal auch Grassamen. Die Erzieherin Martina Weiß hat mit
einigen Kindern gemeinsam dokumentiert, was im Nest so alles
passiert.
Die dreijährige Lilu freut sich immer besonders, wenn die
Kohlmeisen-Eltern zum Füttern kommen. Aber auch viele
Vorschulkinder kommen immer wieder in den "Entdeckerraum"
der KiTa, in dem der Bildschirm steht und in dem es auch viel
anderes zu erforschen und zu entdecken gibt. Die sechsjährige
Lena berichtet, dass die Eltern die kleinen Meisen auch oft noch
warm halten. Auf die Frage hin, warum sie noch so oft warmgehalten
werden, antwortete Luis, 6 Jahre: "Die Meisen-Kinder haben
noch keine richtigen Federn - das ist nur der erste Flaum -
deswegen brauchen sie noch Wärme".
Das bestätigte auch die sechsjährige Lena, die am
liebsten stundenlang vor dem Bildschirm sitzen und den Meisen
zuschauen würde. Die Beobachtung des Nestes bleibt weiterhin
spannend, bis die Kleinen in ein paar Tagen flügge werden, das
Nest verlassen und in die Welt hinausfliegen werden.


